Air: Liquide. Bureau: Magnifique.

→ Air Liquide

Moment mal, wohnen und arbeiten? Macht PlanObjekt jetzt in Homeoffice-Projekte? Nicht ganz – obwohl auch der Arbeitsplatz einfach gesünder ist und produktiver macht, wenn er gut geplant ist und bestimmte Kriterien eingehalten werden. Die Arbeitswelt ist im Wandel. Lounges in Büros sind manchmal schon halbe Wohnzimmer. Arbeitswelten werden wohnlich und Grenzen zwischen Wohn- und Arbeitsraum verschwimmen. Für uns also kein Neuland.

In diesem Fall geht es um Wohnungen, die von der WBG Kontakt für Menschen gedacht sind, die aufgrund ihrer Arbeitssituation eine längere, aber überschaubare Zeit in einer anderen Stadt verbringen. Monteure, Sportlerfamilien usw. brauchen meist schnell eine Unterkunft – aber zeitlich klar begrenzt. Die Lösung: Bereits möblierte Apartments in verschiedenen Größen. Ein-, Zwei- und Dreiraum. Komplett ausgestattet. Insgesamt acht Wohnungen an zwei Standorten. Mehr sollen folgen. Wir durften den Kurzzeit-Vier-Wänden den Wow-Faktor verleihen.

Unterstützt von Elektrikern, Malern, Tischlern und Vorhanganbietern mussten wir bei der Planung zunächst den Bestand berücksichtigen und in unser Konzept einbeziehen. Der Boden war beispielsweise bereits drin und wir haben darauf geachtet, dass er sich gut integriert. Alles sollte stimmig sein. Auch die vorhandene Raufasertapete bekam ein echtes Glow-up durch leuchtende, harmonierende Farben. Und bei der Ausstattung so vieler Wohnungen ist auch das Budget entscheidend: wir haben bei der Möblierung auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und langlebige Möbel geachtet. Wichtig war auch eine spürbare Wohnlichkeit, kein Feeling wie im Business-Hotel. Es sollte ein wirkliches Zuhause sein – wenn auch für begrenzte Zeit. Jeder soll sich wohlfühlen. Und das war die größte Herausforderung, denn wer später mal in den Wohnungen lebt, konnten wir nicht wissen. In der Regel sprechen wir ja mit den Menschen, die die Räume nutzen, die wir gestalten. In dem Fall ging das nicht. Die Einrichtung musste einen breiten Geschmack treffen. Aber kein Problem. Viele Menschen mit einem Konzept abholen und viele Geschmäcker zu treffen: Kennen wir. Können wir.

Air Liquide ist ein weltweit agierender, aus Frankreich stammender Anbieter von Gasen, Technologien und Services für Industrie und Gesundheit. Der Leipziger Standort ist nun mit einem großen Team von ca. 60 Personen in neue Räumlichkeiten im Leipziger Westen gezogen. Das neue Büro erstreckt sich über zwei Etagen. Wir waren von Beginn an dabei. Unsere bewährte Vorgehensweise hat wieder hervorragend funktioniert und wurde großartig angenommen.

Die Mitarbeitenden wurden schon in der Analyse mit einbezogen. Da das Team sehr groß ist, erfolgte die organisatorische Analyse mit Vertretern der einzelnen Teams. Es wurde über den Bedarf gesprochen. Die gesundheitliche Analyse bezog dann in Form von niedrigschwelligen E-Mail-Fragebögen alle Mitarbeitenden mit ein. Mit vielen wertvollen Erkenntnissen begannen wir mit der Umsetzung.

Die Raumstruktur der Mietfläche war durch die Eigentümer bereits vorgegeben. Der Ausbau wurde aber mithilfe unserer Mikroplanung (Wandfarben, Boden, Beleuchtung) vorgenommen, sodass alles gut ineinandergreift. Zuerst wurde eine akustische Berechnung durchgeführt. Dabei wird geschaut, welche Akustikflächen es durch Bodenbeläge und Deckenelemente gibt. Die Berechnung ergab, dass die Akustik nach Arbeitsstättenverordnung noch nicht optimal war. Wir haben dementsprechend weitere Akustikelemente hinzugefügt, um die Nachhallzeit noch einmal zu reduzieren. Nachhaltig sozusagen.

Die Anforderungen an die Raumnutzung sind bei einem Team dieser Größe vielfältig. Entsprechend abwechslungsreich haben wir sie gestaltet: Rückzugsräume mit verschiedenen Themen und Möglichkeiten, ein Mehrzweckraum, durch blickdichte Vorhänge abgetrennte Bereiche, in denen auch gestillt werden kann, klassische Besprechungsräume, aber auch Lounges mit Stehtischen und Barhockern für aktivierende Meetings, Telefonkabinen und praktische Sitzgelegenheiten im Flur, in denen telefoniert, konzipiert oder auch pausiert werden kann.

Den verschiedenen Einsatzzwecken wurden zur besseren Einordnung entsprechende Farben zugeordnet: Rot für klassische Meetingräume. Grün für Rückzug, Ruheoffice und Inspiration. Gelb für das Arbeiten in Telefonboxen und kleinen Besprechungsräumen. Dazu kam unser kreativer Input bei der Bezeichnung der Räume. Mit Begriffen wie „Strategiefabrik“ und „Ideenschmiede“ schlagen wir eine Brücke zum industriellen Charme des Objekts. Zudem haben wir statt standardmäßiger Folierung kreative Muster aus den chemischen Zeichen verschiedener Gase auf die Scheiben gebracht und damit einen direkten Bezug zur Profession von Air Liquide hergestellt.

Besonders wichtig war die Pausensituation. Das Betriebsklima und die Teamkultur waren schon vorher sehr gut. Aber es fehlte Fläche – daher wurde meist auf Meetingräume ausgewichen. Nun gibt es eine wunderschöne, große Pausenraumküche inklusive Terrasse mit vielen Möglichkeiten, sich niederzulassen. Ein Ort für Pause, Begegnung und Austausch.

Zu guter Letzt durften wir Air Liquide erneut besuchen und über zwei Tage Ergonomie-Workshops durchführen. Konkret ging es um das Einstellen von Drehstühlen, Tischen, Monitoren und Technik. Das Feedback, dass sich dadurch gesundheitlich direkt etwas verbessert hat, ist auch schon bei uns angekommen. Très bien!


Zeitraum

[Sommer 2024—Winter 2025]

Ähnliche Projekte

Air: Liquide. Bureau: Magnifique.

→ Air Liquide

Ein neuer Lieblingsplatz

→ Ambulantes Pflegeteam Janusic

Den Fokus verschieben

→ Goather Versicherung

Projektübersicht